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Wie wäre es, normal zu sein?

Wie wäre es, normal zu sein? Diese Frage beschreiben die beiden ersten Beiträge von «Behinderung und Politik». Eva Hammar und Georg Jirasek erlauben uns einen Einblick in ihr ganz normales Leben. Normal ist es deshalb, weil alle Menschen normal besonders sind. Wir alle haben unsere je eigenen Merkmale und Eigenschaften, die uns auszeichnen und besonders machen. Besonders herausfordernd an Evas und Georgs Leben ist jedoch, dass ihre Behinderung nicht sichtbar ist. Deshalb sind sie immer wieder mit Menschen konfrontiert, die nicht verstehen, dass «besonders sein» ganz normal ist und dass sie selber eben genauso «besonders normal» sind wie Eva und Georg.

Etwas weiter hinten kommentiert Ursula Schaffner die Vorschläge des Bundesrates zur Weiterentwicklung der Invalidenversicherung. Im Rahmen der 6. Revision des IVG kritisierten wir bereits die beschönigende Wortwahl des Bundesrates. Er scheint leider nicht viel gelernt zu haben. Mit «Weiterentwicklung» ist erneut weitgehend eine Sparvorlage gemeint. So werden, sollten denn die Vorschläge des Bundesrates umgesetzt werden, viele Rentnerinnen und Rentner dank des neuen «stufenlosen» Rentensystems massive Einbussen bei ihren Renten und damit verbunden auch den Kinderrenten tragen müssen. Andererseits wird es auch eine Anzahl Versicherte geben, die von diesem Rentenmodell profitieren. Die Verlierer wird es jedoch hart treffen. Bedenkt man, dass gleichzeitig auch das Ergänzungsleistungsgesetz revidiert wird und auch dort Kürzungen vorgeschlagen werden, wird es dieselben Verlierer doppelt hart treffen.

Scheinbar harmlos kommt der Vorschlag des Bundesrates daher, die Grundsätze des Krankenversicherungsgesetzes für die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen anzuwenden. Wirtschaftlichkeit, Zweckmässigkeit und Wirksamkeit definieren die Regeln für die Anerkennung einer Behandlung, eines Medikaments oder eines medizinischen Geräts als Pflichtleistung der Krankenkassen. Sollten diese Grundsätze auch in der Invalidenversicherung angewendet werden, wird das ganz normale Leben der Eltern behinderter Kinder noch herausfordernder. Sie werden inskünftig z.B. für jede Physiotherapie- oder Ergotherapie-Sitzung ihres Kindes kämpfen müssen. Die bisher relativ grosszügigeren Leistungen der Invalidenversicherung werden damit limitiert und den Grundsätzen der ökonomisierten Medizin unterstellt.

Der Ausblick auf das angebrochene Jahr bleibt also so normal wie alle vorangegangenen: Unser Kampf für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen geht weiter – ganz normal.

Stephan Hüsler
Präsident AGILE.CH