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Präsidentinnen-/Präsidentenkonferenz 2019

Wir fordern unsere Rechte ein!

«Menschen mit Behinderungen und die Menschenrechte», so das Thema der diesjährigen Präsidentinnen-/Präsidentenkonferenz von AGILE.CH am 9. November in Bern. Eine Frage und eine Feststellung gleich zu Beginn der Veranstaltung treffen den Nagel auf den Kopf: «Wieso ist es nötig, dieses Thema zu diskutieren? Menschen mit Behinderungen sind Menschen wie alle anderen. Folglich haben wir alle die gleichen Menschenrechte.» Genau!

Nach der Begrüssung und Einleitung durch Suzanne Auer, Zentralsekretärin, und Robert Joosten, Vizepräsident von AGILE.CH, startete die Konferenz mit drei Referaten. Cordelia Ehrich vom Bundesamt für Justiz verschaffte einen Überblick über die Grund- und Menschenrechte in völkerrechtlichen Abkommen und in der Schweizer Gesetzgebung.

 

Gülcan Akkaya, Hochschule für Soziale Arbeit, Luzern, ging im Anschluss auf die zentralen Grund- und Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen ein, insbesondere auf die UNO-Behindertenrechtskonvention (UNO-BRK), die seit 2014 in der Schweiz in Kraft ist. Gemäss UNO-BRK entstehen Behinderungen aus der Wechselwirkung zwischen Menschen mit Beeinträchtigungen und einstellungs- und umweltbedingten Barrieren. Behinderungen sind Bestandteil der menschlichen Vielfalt – und, ganz wichtig –, die UNO-BRK schafft keine Sonderrechte für Menschen mit Behinderungen, auch wenn das immer mal wieder behauptet wird. An erster Stelle der UNO-BRK stehen Inklusion, Empowerment, Partizipation und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen. Obwohl der gesetzliche Rahmen also vorhanden wäre, gibt es in der Schweiz immer noch grosse Lücken bei der Umsetzung, die Menschen mit Behinderungen in allen Lebenslagen spüren.

 

Was sollen Behinderten-Selbstvertretungsorganisationen und Menschen mit Behinderungen tun, damit ihre Rechte auf politischer Ebene und im Alltag geachtet und geschützt werden?

«Menschen mit Behinderungen und die Organisationen von Menschen mit Behinderungen müssen laut werden und ihre Rechte einfordern!», so Stefanie Rinaldi von humanrights.ch. «Nur so kommen die unterschiedlichen Sichtweisen, Staat und Menschen mit Behinderungen, auf den Tisch – oder in die Realität.» Wer seine Rechte einfordern will, muss sie aber auch kennen. Umfassende Informationen über Menschenrechte und deren Umsetzung im Alltag findet man auf www.humanrights.ch.

Und wie sehen die Behinderten-Selbsthilfeorganisationen selbst ihre Rolle bei der Umsetzung der Menschenrechte? Dieser Frage stellten sich drei Arbeitsgruppen am Nachmittag der Veranstaltung. Die Resultate aus den Workshops wurden im Plenum vorgestellt und diskutiert. Klar ist: Menschen mit Behinderungen und ihre Organisationen werden ihre Rechte vermehrt laut einfordern.

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