Keine Versicherungen für Nicht-Normierte

Der Nationalrat eröffnet die Frühjahrssession mit der Debatte über das revidierte Gesetz über genetische Untersuchungen am Menschen (GUMG). Das Gesetz muss angepasst werden, weil heute Drogerien, Apotheken, Supermärkte und weitere Anbieter via Internet Gentests aller Art anbieten. Der Nutzen vieler Tests ist mehr als fraglich.

Der Bundesrat will mit seinen Revisionsvorschlägen die Würde des Menschen wahren und den Persönlichkeitsschutz stärken. Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates (WBK-N) bleibt allerdings in vielen Bereichen vage. Weder formuliert sie strenge Regeln über die schriftliche Zustimmung zu Untersuchungen noch erlässt sie Vorschriften über unabhängige Beratungen. Besonders stossend: Die WBK-N will Lebens- und freiwilligen IV-Versicherern die Möglichkeit geben, Einsicht in Gentest zu erhalten. Damit würde eine weitere Tür geöffnet, um Personen, die möglicherweise Krankheiten in sich tragen, von Versicherungen ausschliessen zu können. Ob diese Krankheiten dereinst ausbrechen und wie sie sich äussern, interessiert nicht. Versicherungen sollen offenbar nur noch für jene Menschen zugänglich sein, die den Vorstellungen der Versicherer entsprechen. Damit lässt sich gutes Geld verdienen.