Potenzmittel kaufen in unserer Apotheke, alle Medikamente 100% Qualität und günstig. Kostenloser Versand überall Deutschlands.

Natalie

Immer wieder gerne gehe ich alleine oder mit meiner Familie zum Schwimmen. Es tut so gut, sich im Wasser frei zu bewegen. Für mich ist das sowohl echter Genuss als auch Sport. Zuerst plantschen wir im Wasser ein wenig herum. Dann beginne ich, mit den Armen hin und her zu rudern und meine Schultern im warmen Wasser zu lockern, als ich ein kleines Mädchen bemerke. Sie taucht vor mir her und rundherum und scheint dabei etwas ins Auge gefasst zu haben: MICH.

Ich mag es eigentlich nicht besonders, wenn jemand um mich herumtaucht... ausser kleinen Fischen im offenen Meer vielleicht, das wäre ok, aber im Hallenbad? Ich finde ja schon, dass man mich und meine Beinamputation ansehen darf, und Kinder sollen gucken, aber gleich so nah, unter Wasser? Nein, das bitteschön dann doch nicht. Mit ein paar schnellen Zügen schwimme ich ihr quer durchs Wasser davon.

Geschafft! Ich habe sie abgehängt und rudere am anderen Ende des Beckens weiter. Aber nicht für lange. Schon ist sie wieder da. Vor mir, tauchend mit Brille, unter Wasser. «Ok», denke ich, «nun hast du aber genug gesehen!» und winke mit meinen Händen unter Wasser vor ihrer Taucherbrille hin und her. Langsam kommt sie aus dem Wasser hoch und schiebt sich die Taucherbrille auf den Kopf. «Hallo!», begrüsse ich sie. «Das sieht doof aus, finde ich», und zeige dabei auf mein nicht vorhandenes Bein unter Wasser. Das Mädchen sieht mich mit grossen Augen an und sagt ganz langsam: «FASZINIEREND!»

Ich würde meine Behinderung und alles in ihrem Zusammenhang wirklich nicht als «faszinierend» beschreiben. Aber wie sie das sagt. So echt. Es hat mich sehr gerührt und auch amüsiert, irgendwie. Seit 26 Jahren bin ich behindert, und die Reaktionen auf den Gesichtern der Menschen, wenn ich ohne Prothese zum Schwimmbad laufe, sahen bis jetzt wirklich anders aus. In erster Linie sind die Menschen, wenn sie mich sehen, wohl bestürzt. Manchmal spüre oder sehe ich auch Abscheu, Angst, Schmerz, Unsicherheit und Mitleid.

Das Mädchen heisst Natalie und erzählt mir dann noch ein bisschen was von sich. Ich sage ihr meinen Namen und dass ich nun schwimmen gehen wolle. Sie darauf: «Ok. Ich geh dann noch ein bisschen tauchen!»

Die Begegnung mit Natalie war für mich wunderbar, ein richtiger Glücksmoment. Weshalb es nicht mal so sehen wie sie? «FASZINIEREND!»

Tonia von Gunten
Kolumnistin und Bloggerin www.facebook.com/beinemachen