Assistenz am Arbeitsplatz: das Recht, sich helfen zu lassen

Menschen mit Behinderungen haben das Recht auf Arbeit. Wer infolge seiner Behinderung bei der Arbeit Hilfe braucht, hat das Recht auf Assistenz bei der Arbeit. Ein gutes Mittel, um der Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen im Bereich der Arbeit entgegenzuwirken. Alles wunderbar. Aber nur auf den ersten Blick. Behinderung & Politik hat genauer hingeschaut.

Arbeit ist mehr als nur ein Job. Arbeit ist Autonomie und Inklusion und verbessert nachweislich die Situation von Menschen mit Behinderungen. Damit sie im ersten Arbeitsmarkt tätig sein können, brauchen sie manchmal Assistenz am Arbeitsplatz. Heute haben nur sehr wenige Menschen mit Behinderungen eine Assistentin/einen Assistenten bei der Arbeit. Und die, die jemanden haben, müssen dafür kämpfen. Die Bedingungen sind streng, der administrative Aufwand gross und der Lohn ein Taschengeld, mit dem man kaum qualifizierte Assistentinnen und Assistenten bezahlen kann.

Einen Lichtblick gibt es im Kanton Bern. Dort führt das neue Berner Modell die Subjektfinanzierung ein, was die Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen fördern soll. Ob dies dazu führt, dass mehr Menschen mit Behinderungen ihr Recht auf Assistenz am Arbeitsplatz einfordern und eine Stelle im ersten Arbeitsmarkt finden, ist offen. Dafür braucht es auch Arbeitgeber, die wissen, dass Menschen mit Behinderungen kompetente und motivierte Mitarbeitende sein können.

Sozialpolitisch warten in den Bereichen Arbeit, Gesundheit und Sozialversicherungen einige Herausforderungen auf Menschen mit Behinderungen. Mehr dazu in der aktuellen «Behinderung & Politik» von AGILE.CH.


Kontakt:   
Silvia Raemy, Bereichsleiterin Kommunikation
AGILE.CH Die Organisationen von Menschen mit Behinderungen
Tel. 031 390 39 39, silvia.raemy@agile.ch

Medienmitteilung vom 7. September 17 als PDF-Version herunterladen