Klara Reber, Mitglied des Gleichstellungsrats Egalité Handicap (GR), ist am 15. Juni 2009 im Alter von 65 Jahren unerwartet verstorben. Die Ratsmitglieder und AGILE haben mit grosser Betroffenheit auf den überraschenden Tod Klaras reagiert. Die promovierte Juristin war seit Juni 2005 GR-Mitglied, als Vertreterin der SeniorInnen.
Eva Aeschimann, Sekretärin Gleichstellungsrat Egalité Handicap
Klara Reber, am 8. April 1944 in Winterthur geboren, war im Kindesalter an Polio erkrankt. Die Erkrankung hatte zur Folge, dass Klara mit einer Gehbehinderung und der Behinderung beider Arme konfrontiert wurde. Ihre Erfahrungen als Mensch mit Behinderung und auch als Frau mit Behinderung sensibilisierten sie für dieses Thema.
Dies zeigte sich etwa in ihrem langjährigen Einsatz in der Geschäftsleitung und im Zentralvorstand von Integration Handicap (Schweizerische Arbeitsgemeinschaft zur Eingliederung Behinderter SAEB), wo sie zuletzt als Vizepräsidentin gewirkt hatte.
Als Mitglied des Gleichstellungsrats Egalité Handicap seit 2005, lagen Klara Reber insbesondere Gleichstellungsthemen in Bezug auf ältere behinderte Menschen am Herzen. Die Einführung eines Assistenzbeitrags, die Zugänglichkeit von Bauten und Anlagen und öffentlichem Verkehr waren ihr besonders wichtig.
Klara Reber war zeitlebens eine engagierte Persönlichkeit. Bis zu ihrer Pensionierung hatte sie im Kader der Winterthur Versicherung gearbeitet. Um Frauen zu vernetzen und in der beruflichen Entwicklung zu unterstützen, hatte die Berufsfrau Klara Reber 1985 das Frauennetzwerk «Frau und Bildung» gegründet. Die Winterthurerin hinterlässt in vielerlei Hinsicht Spuren: Denn auch als politisch denkender Mensch hat sich Klara Reber einen Namen gemacht. Als FDP-Mitglied war sie nicht nur Mitglied im Grossen Gemeinderat von Winterthur, zwischen 1986 und 2002 war sie auch Zürcher Kantonsrätin. Im Kantonsrat hat sie sich vor allem für sozial- und gesundheitspolitische Fragen engagiert.
Ab 2002 hat Klara Reber den Aufbau des Schweizerischen Seniorenrates SSR massgeblich beeinflusst und amtierte bis zu ihrem Tod als Co-Präsidentin dieses Gremiums. Ihr Interesse an Alters- und Generationenpolitik und die gesellschaftlichen Herausforderungen der demografischen Entwicklung in der Schweiz waren der Motor dieses Engagements.
Klara Reber bleibt uns als liebenswürdige und aufrichtige Persönlichkeit in Erinnerung. Gerne denken wir an ihr herzliches Lachen, ihre offene Art und ihr Interesse an Menschen unterschiedlichster Herkunft. Ihr vielseitiges Engagement, ihre Willensstärke und ihr Lebensmut verdienen unseren Respekt.
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