Die GRAAP (Groupe romand d'action et d'accueil psychiatrique) ist eine Vereinigung von psychisch Kranken und ihren Angehörigen. Sie ist 1987 in Lausanne auf Initiative der heutigen Leiterin, Madeleine Pont, gegründet worden. Heute hat sie fast 1100 Mitglieder. Zudem wird sie von mehreren Tausend Personen unterstützt – so von Patienten, ehemaligen Patienten, Angehörigen, Freiwilligen, Studierenden und Beschäftigten im Bereich der psychischen Gesundheit - mit dem gemeinsamen Ziel einer humaneren Psychiatrie.
Von Laetitia Grimaldi, Verantwortliche für den Bereich Kommunikation, GRAAP
Bei ihrer Gründung träumte die GRAAP laut von einer Gesellschaft, welche die Integration aller ihrer Mitglieder möglich macht und jede Person als einzigartiges Wesen betrachtet, dessen Talente für die Weiterentwicklung der Gemeinschaft und des eigenen Wohlergehens nützlich und notwendig sind.
Zu den Zielen der GRAAP gehören:
Januar 1987: Madeleine Pont, Sozialarbeiterin im Westschweizer Sekretariat der Stiftung Pro Mente Sana, lädt sieben Personen mit psychischen Störungen und zwei Patientenangehörige ins Freizeitzentrum der PPU (Psychiatrische Universitäts-Poliklinik) in Lausanne ein. Im Anschluss daran beschliesst die Gruppe, sich jeden Mittwochabend zu treffen. Die Selbsthilfegruppe GRAAP ist entstanden. Die Mitglieder beschliessen, eine Zeitschrift mit dem symbolischen Namen «Tout Comme Vous» herauszugeben, die 15 Jahre später in «Diagonales» umbenannt wird.
November 1987: Der Verein GRAAP wird gegründet. Der Vorstand besteht ausschliesslich aus Personen mit einer psychischen Krankheit und Angehörigen.
Frühling 1998: Die GRAAP eröffnet ihre eigene Kontaktstelle und ein öffentliches Restaurant - Le Grain de Sel.
März 1990: Erster Kongress der GRAAP im Casino de Montbenon: 450 Personen, Patienten, Angehörige und Fachpersonen, informieren sich. Thema des Kongresses ist die Schizophrenie.
Das BSV (Bundesamt für Sozialversicherungen) anerkennt die GRAAP als Tageszentrum und gewährt ihr finanzielle Unterstützung.
Der SPAS (Service de prévoyance et d'aide sociales) des Kantons bestätigt den Nutzen der Arbeit der GRAAP und spricht eine erste finanzielle Unterstützung.
Sie ist in der kantonalen Politik im Bereich der psychischen Gesundheit vom Gesundheits- und Sozialdepartement als wichtige Partnerin anerkannt.
Sie wirkt in verschiedenen Kommissionen und Arbeitsgruppen des Kantons mit. Ausserdem ist sie Mitglied verschiedener Verbände, unter anderem des Aktionsbündnisses Psychische Gesundheit Schweiz und seit vergangenem April auch von AGILE.
Für Menschen mit einer psychischen Krankheit liegt der Schwerpunkt auf der Genesung, ohne die eine erfolgreiche gesellschaftliche und berufliche Wiedereingliederung nicht möglich ist. Dies ist Thema des Kongresses der GRAAP in diesem Jahr.
Eine weitere Herausforderung: Sich der Angehörigen annehmen. Partner, Kinder, aber auch Eltern und Geschwister haben eine schwierige und gleichzeitig entscheidende Position. Dem Verein ist es ein Anliegen, ihre Interessen zu vertreten. Und er will es möglich machen, dass auch sie ihre Rollen spielen können innerhalb des Programms zur Förderung der psychischen Gesundheit.
Der Verein selbst hat gerade eine umfangreiche interne Reorganisation in Angriff genommen, da seine Struktur an seine im Laufe der Jahre erfolgte Entwicklung und den Wandel der Gesellschaft angepasst werden muss. Dafür hat er ein soziokratisches Organisationsmodell gewählt und 2008 ein Organigramm dazu entwickelt. Das aus den Niederlanden stammende Modell ermöglicht jedem, seinen Talenten und Stärken entsprechend mitzuwirken und sich zu entfalten, indem alle zur Verbesserung der Projekte und Umsetzung der Aktionen und Ideen der GRAAP beitragen.
GRAAP, rue de la Borde 25, case postale 6339, 1002 Lausanne, Tel. 021 647 16 00, Fax 021 641 25 83 – E-Mail: info@graap.ch – Website: www.graap.ch
Übersetzung : Susanne Alpiger
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