Grossangriff auf IV-RentnerInnen

AGILE wehrt sich gegen die neuerliche einseitige IV-Sparvorlage. Der Bundesrat setzt damit die Existenz­grundlage Tausender IV-RentnerIn­nen aufs Spiel.

Nein zum massiven Rentenabbau

Der Bundesrat schickt eine weitere einseitige IV-Abbauvorlage in die Ver­nehmlas­sung. AGILE beurteilt diese als Grossangriff auf die Existenzgrundlage tausender IV-RentnerIn­nen und ihrer Familien. Eine solche unsoziale Politik bekämpft AGILE, wenn nö­tig, mit dem Referendum.

Rentenabbau und «Restarbeitsfähigkeit verwerten»

Mit dem zweiten Massnahmenpaket der 6. IVG-Revision will der Bundesrat ab 2013 bei den Invali­denrenten jedes Jahr 230 Millionen und ab 2018 sogar 400 Millionen Franken sparen. Er will dies mit der Einführung eines neuen Rentensystems erreichen. Damit sollen IV-Rent­nerInnen «Anreize zum Verwerten der Restarbeitsfähigkeit» erhalten, indem sie vorhandene Arbeitspensen erhöhen oder auf Stellensuche geschickt werden. Alles ohne Job-Garantie!

Wo sind die Stellen, Herr Bundesrat?

Und wieder stellt AGILE Behinderten-Selbsthilfe Schweiz altbekannte Fragen:

Wo auf dem Arbeitsmarkt vermutet der Bundesrat die nötigen tausenden von freien (Teil)-Arbeits­pensen, die es für diese «Eingliederung statt Existenz sichernden Renten» braucht?

Und wie will er sein ehrgeiziges Sparziel erreichen ohne einen verpflichtenden Einbezug der Ar­beitgebenden, weder damals bei der 5. IVG-Revision, noch bei der aktuellen ersten Tran­che der 6. und auch nicht jetzt bei der zweiten Tranche der 6. IVG-Revision? Schon heute suchen viele Menschen mit Behinderung verzweifelt und erfolglos nach einer passen­den Stelle.  

Gegen massiven Leistungsabbau auf dem Buckel der IV-RentnerInnen

Für AGILE ist klar: Die Versäumnisse der Politik bei der IV in den letzten 15 Jahre dürfen nicht einseitig auf Kosten der Men­schen mit Behinderung und chronischer Krankheit korri­giert werden. Der Kerngedanke der IV ist die Sicherung einer menschenwürdigen Existenz für Menschen ohne Erwerbseinkommen aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen: Hält der Bundesrat an diesem Grundgedanken fest, dann kommt er um Vorschläge für Mehrein­nah­men für die IV nicht herum. Mit der vorliegenden Spar-Attacke auf die IV-Renten setzt der Bundesrat die Existenz­grundlage Tausender Bürgerinnen und Bürger aufs Spiel. IV-Renten, die bis heute trotz Verfassungsauftrag nicht Existenz sichernd sind! AGILE Behin­derten-Selbsthilfe Schweiz lehnt eine solche Politik ab. Beharrt der Bun­des­rat auf ei­nem weiteren massiven Rentenabbau, ohne gleichzeitig Wege für Mehreinnahmen aufzuzei­gen und die Arbeitsplatzfrage zu beantworten, bekämpft AGILE diese Vorlage mit dem Refe­ren­dum.

AGILE Behinderten-Selbsthilfe Schweiz setzt sich seit 1951 für die Existenzsicherung und Integration von Menschen mit Behinderung ein. Der Dachverband vertritt die Interessen von über 40 Behinderten-Organisationen. Diese repräsentieren Menschen aller Behinderungsgruppen und ihre Angehörigen.

Kontakte:

AGILE Behinderten-Selbsthilfe Schweiz, Effingerstrasse 55, 3008 Bern, Tel. 031 390 39 39

Eva Aeschimann
Bereichsleiterin Öffentlichkeitsarbeit
eva.aeschimann@agile.ch
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Ursula Schaffner
Stv. Zentralsekretärin und Bereichsleiterin Sozialpolitik und Interessenvertretung
ursula.schaffner@agile.ch
Mobile: 077 420 62 93

AGILE - Medienmitteilung vom 23. Juni 2010

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