Archiv Arbeit
Sechs Jahre lang arbeitete Robert Joosten im ersten Arbeitsmarkt. Seit rund zehn Jahren bezieht der 38-jährige Doktor der Mathematik nun eine IV-Vollrente. Mit einem IV-Lohn arbeitet er zu 50% als Webmaster bei der GRAAP. Er erachtet sich heute als beruflich teilweise wiedereingegliedert.
Arbeit ist gleichzeitig Einkommensquelle, Mittel zur Eingliederung, gesellschaftliche Norm und wesentliches Element, um sich zu verwirklichen. Kann und muss sie für Menschen mit Behinderung dieselbe Bedeutung haben? Die ausgebildete Ökonomin Catherine Corbaz hat über diese Fragen nachgedacht und hält ihre Schlussfolgerungen in diesem Artikel fest. Sie weist darauf hin, dass die Prekarisierung der Arbeitsbedingungen und die Verwendung der Arbeit als politisches Argument in eine Sackgasse führen. Und sie fordert eine Anpassung des entsprechenden Gesellschaftsmodells.
Wer heute einen Job erhalten will, muss den rücksichtslosen Leistungsanforderungen der Wirtschaft genügen. Diese Politik, nur noch Spitzenleute mit Top-Fähigkeiten zu beschäftigen und einfache, unqualifizierte Arbeiten von Maschinen erledigen zu lassen, hat hohe gesellschaftliche Kosten. Die erwerbstätige Bevölkerung wird dadurch geteilt und für Menschen mit Behinderung gibt es in dieser Arbeitswelt oft auch keinen Platz mehr.
Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember ist dieses Jahr dem Themenkreis « Arbeit – ein Menschenrecht!» gewidmet. Verschiedene Organisationen in der ganzen Schweiz beteiligen sich daran. Ziel ist es, mit Veranstaltungen und Informationsständen Arbeitgeber, Politik und Öffentlichkeit für die Anliegen von Menschen mit Handicap zu sensibilisieren.
Arbeitsintegration behinderter Menschen ist das erklärte Ziel der aktuellen IV-Revision. Wie sehen die Integrationschancen von SchmerzpatientInnen aus und welche Voraussetzungen müssen dazu erfüllt sein? Die Neuerscheinung des Vereins Lernwerk gibt Auskunft.
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