«AGILE – Gesellschaftsprojekt für Menschen mit Behinderung»

An der letzten Delegiertenversammlung von AGILE, am 25. April in Bern, wurden zwei neue Vorstandsmitglieder gewählt. Nach Joël Favre, den wir Ihnen in der letzten Ausgabe vorgestellt haben, ist nun Robert Joosten an der Reihe.

Von Cyril Mizrahi, Secrétaire romand und Mediensprecher Westschweiz von AGILE

Robert Joosten ist 36 Jahre alt. Er hat an der ETH Lausanne Mathematik studiert. Neben seiner Tätigkeit als Assistent hat er nach dem Studium an seiner Doktorarbeit geschrieben. Kurz vor Abschluss der Arbeit wurde er plötzlich psychisch krank. Erst nach monatelanger Depression und einem Spitalaufenthalt konnte er sich erholen und den Doktortitel erlangen.

Neue Pläne, die mathematische Forschung weiterzuverfolgen oder eine Lehrtätigkeit aufzunehmen, wurden durch die psychische Krankheit ein weiteres Mal durchkreuzt. Ende 2002 musste er sich dazu entschliessen, die IV in Anspruch zu nehmen. Ein Jahr später erhielt er eine IV-Rente. Joosten engagiert sich stark in Vereinen, insbesondere in der GRAAP (Groupe romand d’accueil et d’action psychiatrique – die Westschweizer Anlaufstelle für psychisch Kranke). Zudem setzt er sich aktiv bei Amnesty International ein und singt in einem Lausanner Chor.

2004 hat die GRAAP Robert Joosten als Teilzeit-Webmaster angestellt. Diese Tätigkeit übt der 36jährige auch heute noch aus. Zu seiner Arbeit für die GRAAP gehört auch die Betreuung der sozialpolitischen Dossiers. In diesem Rahmen ist er Mitglied der sozialpolitischen Kommission der CORAASP (Coordination romande des associations d’action pour la santé psychique – Westschweizer Koordination der Vereinigungen, die sich für die psychische Gesundheit einsetzen) und des sozialpolitischen Forums Westschweiz von AGILE (Forpolsoc). Über dieses Forum hat er auch AGILE kennengelernt.

Selbsthilfe bedeutet für mich…

dass ein Mensch mit Behinderung einem anderen Menschen mit Behinderung auf völlig uneigennützige und selbstlose Weise hilft. Die Helfenden erwarten keine Gegenleistung und sind in der Lage, über ihre eigenen Interessen hinaus zu sehen.

AGILE bedeutet für mich…

eine Vereinigung, für welche die Selbsthilfe Brücken zwischen den und über die einzelnen Arten von Behinderung baut. Eine Vereinigung, die ein Gesellschaftsprojekt für alle Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen verfolgt.

Meine Motivation

Ich möchte bei AGILE die Anliegen der psychisch kranken Menschen vertreten. Ich möchte mich für die Verbesserung der Sozialversicherungen für Menschen mit Behinderung einsetzen.

Mein Beitrag

In der Kampagne gegen die 5. IV-Revision war ich (ab der Vernehmlassung) sehr aktiv. Diese Erfahrung kann für weitere politische Kampagnen, die Menschen mit Behinderung betreffen (beispielsweise Zusatzfinanzierung oder 6. IVG-Revision), sehr nützlich sein. Politische Fragen interessieren mich sehr, und ich möchte mich bei AGILE in diesem Bereich engagieren.

Prioritäre Ziele

Übersetzung: Susanne Alpiger